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ChatGPT oder Claude im Unternehmen – oder ein gesteuerter KI-Prozess? Der Unterschied in der Praxis

Team BOTrento · Aktualisiert 6 Min. Lesezeit

Für die Arbeit Einzelner und gelegentliche Aufgaben genügt meist ein Werkzeug wie ChatGPT oder Claude in Eigenregie. Für einen wiederkehrenden Vertriebsprozess, bei dem keine Anfrage vergessen werden darf und ein Mensch jedes Ergebnis vor dem Versand prüfen muss, ist ein gesteuerter KI-Prozess mit Anbindung an Ihre Systeme die bessere Wahl.

Es geht nicht darum, welches Modell klüger ist. Der Unterschied liegt darin, wer die Arbeit anstößt, wo die Ergebnisse gespeichert werden und wer dafür sorgt, dass der Prozess zu Ende geführt wird.

Eigenregie und gesteuerter Prozess: was ist was

Eigenregie bedeutet: Eine Person öffnet einen Chat, fügt Text ein, stellt eine Frage und kopiert das Ergebnis dorthin, wo sie es braucht. Das Werkzeug ist flexibel, sofort verfügbar und für viele Aufgaben nützlich, vom Umformulieren einer E-Mail bis zur Zusammenfassung eines Dokuments.

Ein gesteuerter KI-Prozess ist dagegen für eine bestimmte wiederkehrende Aufgabe ausgelegt, etwa die Bearbeitung von Anfragen und die Vorbereitung von Angeboten. Er ist an Postfach und Übersicht angebunden, arbeitet nach vereinbarten Regeln, legt Ergebnisse dort ab, wo das Team sie sieht, und behält die nächsten Schritte im Blick. Niemand beginnt mit einem leeren Chat, sondern gibt vorbereitete Entwürfe frei.

Beide Ansätze können dieselben Sprachmodelle nutzen. Der Unterschied liegt in allem, was um das Modell herum gebaut ist.

Wann ein Chat in Eigenregie genügt

Eigenregie ist sinnvoll, wenn das meiste des Folgenden zutrifft:

  • eine oder wenige Personen nutzen KI für die eigene Arbeit,
  • die Aufgaben sind vielfältig und wiederholen sich selten in gleicher Form,
  • die Person prüft und verwendet das Ergebnis immer selbst,
  • es geht nicht um sensible Kundendaten, und nichts geht ungeprüft an Kunden,
  • Ergebnisse müssen nicht automatisch in Ihre Übersicht fließen.

In diesen Fällen ist ein Chat in Eigenregie ein günstiger und wirksamer Helfer. Klare Regeln im Unternehmen, was dort eingefügt werden darf, sind trotzdem ratsam.

Wo Eigenregie im Vertrieb an Grenzen stößt

Ein Vertriebsprozess hat andere Anforderungen als eine Einzelperson mit Chatfenster. Typische Probleme:

  • Die Arbeit beginnt nur, wenn jemand daran denkt. Eine Anfrage, die niemand öffnet, wird auch mit dem besten Modell nicht bearbeitet.
  • Ergebnisse bleiben im persönlichen Chat. Ein Antwortentwurf oder eine Zusammenfassung landet nicht in der Übersicht, wenn ihn niemand von Hand überträgt.
  • Die Qualität hängt davon ab, wer fragt. Jeder im Vertrieb formuliert anders, Kunden bekommen uneinheitliche Antworten.
  • Niemand kümmert sich ums Nachfassen. Der Chat weiß nicht, dass das Angebot vor einer Woche rausging und der Kunde nicht geantwortet hat.
  • Kundendaten werden herumkopiert. E-Mails und Anhänge landen in Werkzeugen, bei denen das Unternehmen keinen Überblick hat, wo und wie die Daten verarbeitet werden.

Gerade das Nachhalten der nächsten Schritte und die Übersicht sind die Stellen, an denen Anfragen am häufigsten verloren gehen, wie der Artikel zur Bearbeitung von Anfragen ohne Verluste beschreibt.

Beispiel: dieselbe Anfrage zweimal

Eigenregie: Eine Anfrage für die Produktion einer Firmenkonferenz landet im gemeinsamen Postfach. Ein Vertriebsmitarbeiter öffnet sie erst am nächsten Tag, kopiert den Text in den Chat und lässt sich eine Antwort vorschlagen. Er passt sie an und schickt sie ab, trägt die Anfrage aber nicht ein, weil er zu einem Termin muss. Eine Woche später erinnert sich niemand daran, dass der Kunde nie geantwortet hat.

Gesteuerter Prozess: Dieselbe Anfrage wird beim Eingang erkannt, erfasst und einer Person zugewiesen. Am nächsten Morgen findet sie in der Übersicht einen vorbereiteten Antwortentwurf mit Rückfragen, prüft ihn und gibt ihn frei. Der Prozess trägt den nächsten Schritt ein und bereitet, falls der Kunde nicht antwortet, eine Erinnerung zur Freigabe vor.

Das Modell kann in beiden Fällen dasselbe sein. Das Ergebnis unterscheidet sich, weil im zweiten Fall niemand an etwas denken muss.

Vergleich im Überblick

KriteriumChat in EigenregieGesteuerter KI-Prozess
Wer stößt die Arbeit anein Mensch, wenn er daran denktder Prozess, sobald eine Anfrage eingeht
Anbindung an E-Mail und Übersichtmanuelles Kopierendirekte Anbindung, Ergebnisse in der Übersicht
Nachhalten der nächsten Schritteneinja, mit Erinnerungen und Überblick
Prüfung vor dem Versandliegt beim Einzelnenverpflichtende Freigabe durch einen Menschen
Einheitlichkeitje nach Eingabe der Personnach vereinbarten Regeln und Vorlagen
Überblick für die LeitungkeinerStatus von Anfragen und Angeboten an einem Ort

Die Tabelle sagt nicht, dass Eigenregie schlecht ist. Sie zeigt, dass ein wiederkehrender Vertriebsprozess Dinge braucht, die um das Modell herum aufgebaut und gepflegt werden müssen.

Daten und Kosten: welche Fragen Sie stellen sollten

Bei beiden Ansätzen lohnt es sich zu wissen, wohin die Daten fließen und wer für die Rechenleistung bezahlt. Bei einem gesteuerten Prozess fragen Sie vor allem nach drei Punkten:

  1. Wo die Daten gespeichert werden. BOTrento speichert Daten auf Servern in Deutschland (EU).
  2. Wer den Text für das Modell verarbeitet. Das Sprachmodell verarbeitet nur die für die Aufgabe nötigen Texte, über die API des Anbieters, den Sie wählen. Ein eigener Server in der EU, der eine externe KI-API aufruft, ist keine geschlossene Verarbeitung, daher sollten Sie wissen, welchen Anbieter Sie nutzen. Kommerzielle API-Anbieter verwenden die Daten nicht zum Training.
  3. Wie KI bezahlt wird. Bei BOTrento hinterlegen Sie eigene API-Schlüssel, zahlen den Modellanbieter direkt und ohne Aufschlag, und der Tarif deckt den Service ab: Einrichtung, Integration, Überwachung und Berichte. Details erklärt die Anleitung zu eigenen API-Schlüsseln.

So entscheiden Sie: fünf Fragen

Beantworten Sie diese Fragen ehrlich:

  1. Wiederholt sich bei uns jede Woche dieselbe Vertriebsaufgabe (Anfragen, Angebote, Nachfassen)?
  2. Ist uns schon eine Anfrage oder ein Angebot durchgerutscht, weil niemand es im Blick hatte?
  3. Müssen die Ergebnisse der KI-Arbeit für das ganze Team in der Übersicht sichtbar sein?
  4. Stört es uns, dass die Qualität der Antworten davon abhängt, wer gerade schreibt?
  5. Wollen wir wissen, wohin Kundendaten fließen und was KI kostet?

Wenn Sie die meisten Fragen mit Ja beantworten, ist ein gesteuerter Prozess sinnvoll. Am besten beginnen Sie mit einem Prozess und klaren Prozesskennzahlen, etwa der Zeit von der Anfrage bis zum Angebot. Wie gerade Angebote schneller werden, zeigt der Artikel Angebote schneller erstellen.

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Häufige Fragen

Können wir ChatGPT oder Claude neben einem gesteuerten Prozess weiter nutzen?

Ja. Ein Chat in Eigenregie bleibt für individuelle Aufgaben nützlich. Der gesteuerte Prozess deckt eine bestimmte wiederkehrende Vertriebsaufgabe ab, bei der Übersicht und Kontrolle nötig sind.

Nutzt ein gesteuerter Prozess andere Modelle als ChatGPT und Claude?

Nicht unbedingt. BOTrento arbeitet mit den Modellen der Anbieter, die Sie über Ihren eigenen API-Schlüssel wählen, zum Beispiel Anthropic Claude, OpenAI oder Google Gemini.

Verschickt der gesteuerte Prozess E-Mails selbstständig?

Bei BOTrento nicht. Der Prozess bereitet Entwürfe vor und behält die nächsten Schritte im Blick, aber nichts wird ohne Freigabe durch einen Menschen versendet.

Wie schnell lässt sich ein gesteuerter Prozess einführen?

Die Einführung dauert Tage, nicht Monate. Eine Demo mit Ihren Daten bereiten wir innerhalb von 7 Tagen nach dem ersten Gespräch vor.

Zusammenfassung

  • Ein Chat in Eigenregie eignet sich für Einzelne und vielfältige Aufgaben.
  • Ein Vertriebsprozess braucht Übersicht, Nachhalten der nächsten Schritte und Freigaben, was Eigenregie nicht leistet.
  • Ein gesteuerter Prozess kann dieselben Modelle nutzen, der Unterschied liegt im Drumherum.
  • Fragen Sie, wo Daten gespeichert werden, wer Text für das Modell verarbeitet und wie KI bezahlt wird.
  • Beginnen Sie mit einem Prozess und klaren Prozesskennzahlen.

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